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Camille Claudel ArtikelCamille Claudel (* 8.12 1864 in Villeneuve-sur-Fère ; † 19.10 1943 in Paris), war eine französische Bildhauerin und Muse.
Sowohl der Vater, Louis-Prosper Claudel, als auch der jüngere Bruder Paul Claudel (1868-1955) haben seit der Geburt Camilles ein inniges Verhältnis zu ihr. Auf das heranwachsende Mädchen üben Steine und Felsen eine besondere Faszination aus. Bereits als Jugendliche ist sie besessen vom Modellieren, formt und knetet aus Schlamm Figuren. Mit 13 Jahren beschließt sie, Bildhauerin zu werden. Der Vater setzt alles daran, die Begabung seiner Tochter zu fördern. So ziehen 1881 die Mutter und die Kinder nach Paris.
Hier kann Camille die Académie Colarossi (das heutige La Grande Chaumière ), eine der wenigen Kunstschulen, an denen auch weibliche Studenten zugelassen sind, besuchen. 1883 begegnet sie dem Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917). Dieser erkennt Camilles außergewöhnliches Talent und bietet ihr eine Mitarbeit in seinem Atelier an. Sie emanzipiert sich als Künstlerin, die sich mit dem Meister messen kann.
Camille, die einzige Frau in seinem Atelier, ist nicht ca. die Lieblingsschülerin des Meisters, sondern auch die Geliebte. Von dieser Liebe profitiert in erster Linie Rodin: Camille ist seine Muse, sie inspiriert ihn. Ihm wird der künstlerische Erfolg zuteil, Camille steht in seinem Schatten. Zudem muss sie erfahren, dass Rodin, als sie von ihm schwanger wird, nicht das Ziel hat, sie zu heiraten. Sie verliert das Kind. Enttäuscht als Künstlerin und Frau, mit dem Gefühl, benutzt worden zu sein, trennt sie sich 1898 von Rodin und kämpft um künstlerische und soziale Unabhängigkeit. Doch innerlich kann sie sich nie ganz von Rodin lösen.
Sie kommt alleine nicht zurecht. Finanziell und emotional gerät sie in eine tiefe Krise, leidet unter Verfolgungswahn und entwickelt starke Aggressionen. 1906 zerstört sie einen Großteil ihrer eigenen Kunstwerke. Ihr Vater, der einst so stolz auf seine Tochter war, löst sich von ihr und wendet sich ihrem Bruder Paul, mittlerweile ein bekannter Dichter und erfolgreicher Diplomat, zu. Nach dem Tod des Vaters liefert Paul seine Schwester am 10. März 1913 in eine psychiatrische Anstalt ein.
Camille Claudel verbringt die letzten 30 Jahre ihres Lebens nahezu vergessen, ohne ein weiteres Werk geschaffen und ohne je den ihr zustehenden Erfolg erlebt zu haben, in den psychiatrischen Anstalten Ville-Evrard und Montdevergues. Sie stirbt am 19. Oktober 1943.
Ihr Leben wurde 1988 unter dem Filmtitel Camille Claudel mit Madeleine Robinson (Mutter), Isabelle Adjani (Camille Claudel) und Gérard Depardieu in den Hauptrollen unter der Regie von Bruno Nuytten verfilmt. Neben zwei Nominierungen für den Oscar 1990, kann sich der Film bei 7 von 14 Nominierungen für den Gewinn des César 1989 durchsetzen.
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